Tipps für trockenheitsverträgliche Stauden

An unserem letzten Treffen bei den Kakteenfreunden aus Michelstadt am 27.02.2020 meinte der Winter in diesem Jahr, er müsste uns nochmal zeigen was er drauf hat. Es gab den ersten und einzigen Wintertag mit reichlich Schnee und Straßensperrungen wegen vielen Unfällen. Thomas Eidmann, der Stauden Spezialist aus Semd, präsentierte einen informativen und lehrreichen Vortrag zu dem Thema ‘Tipps für trockenheitsverträgliche Stauden’.

Steingarten mit trockenheitsverträglichen Stauden ©DornenProjekt
Steingarten mit trockenheitsverträglichen Stauden ©DornenProjekt

Trockenheitsverträgliche Stauden der Dornpolsterfluren

Die letzten trockenen, heißen Jahre zeigen uns, dass für die Gartenbepflanzungen in nächster Zeit ein umdenken erforderlich wird. Thomas machte uns klar, dass es nicht ausreicht, wenn die Stauden Trockenheit überstehen können. Sie müssen in unseren Breiten auch Nässe und Frostperioden überdauern. Er zeigte uns an Hand von Standortaufnahmen der Dornpolsterfluren, wie diese den Unbilden des Wetters ausgeliefert sind und trotzdem überleben. Der Boden ist übersät mit Steinen, bestehend aus grober und feinerer Körnung. Das Substrat ist also rein mineralisch. Ein ständiger Wind bläst heftig über die Pflanzen hinweg, sodass Feuchtigkeit nicht lange auf den Blättern haften bleibt. Auch die Bodenoberfläche trocknet schnell wieder ab. Die Feuchtigkeit hält sich nur unter den Steinen und in den Spalten länger. Stauden die dort wachsen bilden deshalb meist Pfahlwurzeln aus, die sich unter die Steinplatten schieben oder tief in Felsspalten vordringen können. Dort finden sie über längere Zeit genügend Wasser und die Wurzeln bleiben schön kühl. In unseren Gärten ist das Substrat für solche Stauden jedoch zu fett. Deshalb ist es notwendig den Gartenboden abzumagern. Das geht mit grobem und feinem Schotter und natürlich mit Sand. Aber am besten eignen sich solche Stauden für Steingärten und Trockenmauern. Nur wer dies alles bei der Bepflanzung befolgt wird sich lange an diesen Stauden erfreuen und hat weniger Ausfälle wegen Pilzbefall.

Sedum und Ehrenpreis im Steingarten ©DornenProjekt
Sedum und Ehrenpreis im Steingarten ©DornenProjekt

Steppen-Bepflanzungen mit trockenheitsverträglichen Stauden

Weiterhin zeigte uns Thomas den Übergang zur Steppen-Bepflanzung, ergänzt durch gute Standortfotos. Das Substrat in diesen Gebieten wird feiner und trotzdem gibt es immer wieder größere Ansammlungen von Gesteinsbrocken. In diesen Bereichen wachsen mehrjährige Stauden mit 1-jährigen zusammen. Aber beide, ob Dornpolster oder Steppe haben keinen bis geringen Anteil Humus im Boden. Es weht auch hier ein ständiger Wind und die Pflanzen kennen dadurch keine Schadpilze. Während in unseren Gärten ein Zuviel an Humus und Feuchtigkeit Pilzen einen guten Nährboden bieten. Thomas unterstrich dies mit vielen guten Bildbeispielen aus seiner Gärtnerei und aus anderen Gärten.

Daphne spec als Zwergstrauch im Steingarten ©DornenProjekt
Daphne spec als Zwergstrauch im Steingarten ©DornenProjekt

Pflanzzeit und Pflegemaßnahmen

Die beste Pflanzzeit um einen Steppengarten oder Trockenmauer anzulegen ist das Frühjahr oder der Herbst. Pflegemaßnahmen für solche Gartenbereiche beschränken sich auf das Entfernen der Beikräuter und Rückschnitt der Stauden. Durch den Rückschnitt verhindert man zum einen das schnelle Altern der Pflanzen und bei zu großer Hitze verringert sich die Blattmasse, die mit Feuchtigkeit versorgt werden will. Was diese Stauden nicht mögen, ist eine ständige Berieselung durch den Rasensprenger. Die stete Feuchtigkeit begünstigt das Pilzwachstum und die Pflanze stirbt ab. Beispiele für Steppen Bepflanzungen gibt es genügend auch in unserer Natur.

trockenheitsverträgliche Stauden am Naturstandort ©DornenProjekt
trockenheitsverträgliche Stauden am Naturstandort ©DornenProjekt

Fazit

Thomas zeigte durch viele Bildbeispiele von Standorten, die er besuchte oder auch aus seiner eigenen Gärtnerei wie die Beete vorbereitet werden müssen, um solchen Trockenspezialisten aus dem Stauden Reich den richtigen Wuchsort zu bieten. Er geizte nicht mit Informationen zur Pflege und Pflanzenauswahl. Gab Tipps wie eine Trockenmauer richtig angelegt wird und wann die beste Pflanzzeit ist. Wem das aber noch nicht gereicht hat, der kann Thomas gerne in seiner Gärtnerei besuchen und sich beraten lassen. Außerdem bietet er dort an verschiedenen Terminen Führungen und Vorträge auch speziell zu diesem Thema an. Wie beispielsweise am Samstag, dem 04.04.2020 um 11 Uhr ein Vortrag über: „Hitze verträgliche Steingartenpflanzen“. Für alle diejenigen, die an unserem Vereinsabend nicht dabei sein konnten, auf nach Semd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.